Call for Papers
Von Features zu Outcomes im Zeitalter digitaler Produkte - Wissenschaftliche Konferenz in Verbindung mit Software Product Management Summit (SPMS) 2026
Seit seinem Start im Jahr 2019 ist der Software Product Management (SPM) Summit eine führende jährliche Zusammenkunft von Praktiker:innen, Wissenschaftler:innen und Unternehmer:innen, um ihre neuesten Erkenntnisse, Erfahrungen und Befunde im Bereich Software Product Management zu verbreiten und auszutauschen – einer Disziplin, die das Wachstum von Softwareökosystemen vorantreibt. Das diesjährige Leitthema „From Features to Outcomes – Why Most Software Products Still Don’t Create Real Value“ spiegelt unser gemeinsames Engagement wider, das Produktmanagement als Treiber software- und datengetriebener Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln.
Software Product Management ist in den vergangenen Jahren erheblich gereift und zu einer zentralen Disziplin in modernen Organisationen geworden. Agile Praktiken im großen Maßstab, Product Operations, Plattformarchitekturen, der Einsatz künstlicher Intelligenz in Betriebsabläufen und Prozessen sowie die Nutzung von Daten haben die Geschwindigkeit und Effizienz der Bereitstellung von Software und digitalen Produkten verbessert. Gleichzeitig sind Softwareprodukte in unterschiedlichsten Branchen und Geschäftsmodellen zu zentralen Komponenten der Wertschöpfung geworden.
Trotz dieser Fortschritte haben jedoch viele Organisationen weiterhin Schwierigkeiten, den tatsächlichen Wertbeitrag ihrer Softwareprodukte zu messen und nachzuweisen. Obwohl Roadmaps wachsen, Release-Zyklen kürzer werden und Backlogs weiter anwachsen, fragen Entscheidungsträger:innen noch immer häufig, welcher Wert tatsächlich geschaffen wurde. Und die Antwort auf diese Frage bleibt oft unklar. Bei vielen Softwareprodukten dominieren nach wie vor Output-Indikatoren wie ausgelieferte Features, veröffentlichte Releases oder Entwicklungdurchsatz die Bewertung des Produkterfolgs, obwohl Kund:innen, Märkte und Geschäftsmodelle Software nach anderen Kennzahlen beurteilen, etwa nach Adoption, Bindung, Umsatzwirkung, Verringerung rechtlicher Risiken oder strategischer Relevanz.
Daraus ergibt sich eine zentrale Spannung für das das Management Digitaler Produkte. Einerseits ist die Lieferung von Features leichter zu verstehen und zu steuern, während Verantwortlichkeit für Outcomes schwerer herzustellen ist. Andererseits erfordern Outcomes Evidenz, das Erkennen und Ausbalancieren widersprüchlicher Ziele, die Kalibrierung von Anreizen sowie die organisationale Fähigkeit, Produktentscheidungen hinterfragbar zu machen und Prioritäten zu setzen. Zugleich zeigt sich gerade darin die methodische Reife und strategische Bedeutung des Software Product Managements..
Vor diesem Hintergrund richten die ICDPM2026 in Kooperation mit dem SPM Summit Europe 2026 ihren Fokus auf die aktuellen Herausforderungen und Lösungswege beim Übergang von einer Feature-Orientierung hin zu Outcome-Verantwortung in Softwareorganisationen. Während die Digitalisierung weiter voranschreitet und die KI-basierte Revolution ihren Weg nimmt, erkennen Organisationen in verschiedensten Branchen, dass sie von Software, Daten und KI-Modellen (sowie Infrastrukturen) abhängig sind. All diese Organisationen können als Softwareorganisationen betrachtet werden. Der Einsatz von Advanced Analytics und (generativer) künstlicher Intelligenz kann zudem Unterstützung leisten, wenn schwierige Entscheidungen über Produkte, Produkt-Roadmaps und Produktportfolios getroffen werden müssen. Daher laden wir Beiträge aus Industrie und Wissenschaft ein, die untersuchen, wie Produktteams in der Praxis echten Wert liefern, messen und nachweisen – und ihre Erfahrungen dazu teilen, was sie daran hindert. Wir begrüßen ausdrücklich evidenzbasierte Berichte, Fallstudien, methodische Beiträge und auch kritische Reflexionen sowie Erfahrungen des Scheiterns und des Erfolgs, die handlungsrelevantes Lernen zur Anwendung von Software Product Management in Organisationen und Softwareökosystemen ermöglichen.
Wir sind insbesondere, aber nicht ausschließlich, an Beiträgen zu den folgenden Themen interessiert:
- Outcome-Messung, Wertnachweis und kausales Lernen
- Sinnvolle Outcome-Metriken und Wertindikatoren für Softwareprodukte
- Ansätze und Methoden zur Vermeidung aufgeblähter Metriken
- Orchestrierung von Softwareprodukten
- Experimentieren und Evaluieren
- Verknüpfung von Softwareprodukten mit geschäftlichem und finanziellem Impact
- Balance zwischen Innovationsgeschwindigkeit, Verantwortung und Rechenschaftspflicht
- Strategie, Priorisierung und outcome-basierte Planung
- Outcome-orientierte Produktstrategie und Planungsmodelle
- Dynamisches Roadmapping
- Umgang mit Softwareprodukten in Portfolios
- Priorisierung bei widersprüchlichen Zielsetzungen und Ressourcenmanagement
- Governance für Outcome-Verantwortung
- Ausrichtung von Softwareprodukten an der Geschäftsstrategie
- Product Discovery, Adoption und Time-to-Value
- Discovery-Praktiken, die zu messbaren Outcomes führen
- Überführung von Kundenfeedback in validierte Werthypothesen
- Erfassung und Kommunikation des Wertbeitrags
- Adoption, Zufriedenheit, Erfahrung und Customer Success als Outcome-Dimensionen von Produkten
- Kontinuierliches organisationales Lernen
- Anreize und Operations
- Marktanalyse im Zeitalter von KI für Software Product Management
- Neue Modelle der Produktfinanzierung
- Product Ops / Analytics Ops
- Organisationale Barrieren im Software Product Management und Heuristiken zu ihrer Überwindung
- KI, Automatisierung und das Risiko der neuen Feature Factory
- KI-gestützte Entwicklung und ihre Implikationen für die Produktökonomie
- Agentische Systeme als Katalysatoren des Software Product Managements
- KI für Discovery, Prognosen, Erkenntnisgewinn und Outcome-Vorhersage
- Messung der Outcomes von KI-gestützten und GenAI-basierten Produkten
- Werterzeugung jenseits von Umsatz: Resilienz, Nachhaltigkeit und Regulierung
- Sicherheit, Zuverlässigkeit und Compliance als messbare Produkt-Outcomes
- Nachhaltigkeitsbezogene Produkt-Outcomes und Zielkonflikte
- Software Product Management für regulierte Branchen (z. B. Gesundheitswesen, Energie, Finanzen)
- Steuerung der Wertrealisierung unter rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen
- Digitale Produkte und neue Horizonte
- Digital Product Management für Datenprodukte
- Integration von KI in Softwareprodukte
- Softwareprodukte als Teil komplexer, hybrider und adaptiver Systeme
- Spannungen zwischen lokaler Optimierung und Wertschöpfung auf Systemebene
Weitere spannende Beiträge aus den breiteren Themenfeldern des Software Product Managements (z. B. Portfoliomanagement, Qualitätsmanagement, Wartungsmanagement, Pricing, Releasemanagement, Testing, Sicherheitsmanagement) sind ebenfalls sehr willkommen, insbesondere wenn sie zum Verständnis und zur Verbesserung messbarer Wertschöpfung beitragen.
Entsprechend besteht das Ziel des diesjährigen SPM Summit Europe darin, ein breites Spektrum zeitloser Themen und Spannungsfelder im Software Product Management aufzugreifen und eine Veranstaltung für aktuelle Forschungs- und Praxisbeiträge an der Schnittstelle von Software Product Management, Software Engineering, Wirtschaftsinformatik, Technologie- und Innovationsmanagement sowie digitalem Geschäftsmanagement zu schaffen.
Einreichungsdetails
Für die Einreichung sollen neue und unveröffentlichte Themen als Beiträge zur Veröffentlichung eingereicht werden, die als Grundlage für Diskussionen auf der Konferenz dienen können. Die angenommenen Beiträge werden im GI-Tagungsband im Rahmen der GI-Edition LNI (C-Ranking nach VHB Rating 2024) veröffentlicht. Es werden zwei Einreichungsformate akzeptiert:
- Kurzbeiträge mit der maximalen Seitenanzahl von 6 Seiten (umfasst Titel, Abstract, Haupttext und Abbildungen) ohne Literaturverzeichnis,
- Vollbeiträge mit der maximalen Seitenanzahl von 12 Seiten (umfasst Titel, Abstract, Haupttext und Abbildungen) ohne Literaturverzeichnis.
Die Beiträge sollen mit Hilfe des LNI-Templates erstellt werden.
Wichtige Termine
- Einreichung: 20.04.2026
- Benachrichtigung der Autoren: 18.05.2026
- Einreichung überarbeiteter und finaler Beiträge: 08.06.2026
- Fertigstellung des Tagungsbandes: tba
- Konferenz: 22.06.2026-23.06.2026
Organisationskomitee
- Andreas Helferich, ISM Stuttgart (Vorsitz Orga Chair)
- Dimitri Petrik, Universität Stuttgart (Vorsitz Program Chair)
- Andrey Saltan, LUT University (Vorsitz Program Chair)
- Katharina Peine, highQ Computerlösungen GmbH (Vorsitz Industry Chair)
Programmkomitee
- Karin Vosseberg
- Juergen Münch
- Martin Bertram
- Andreas Oberweis
- Wolfram Pietsch
- Thorsten Spitta
- Martin Engstler
- Eckhart Hanser
- Ralf Kneuper
- Masud Faza-Baqaie
- Heinrich Mayr
- Nane Kratzke
- Harry Sneed
- Urs Andelfinger
- Christian Kop
- Hans Brandt-Pook
- Martin Mikusz
- Lars Mautsch
- Benedikt Krams
- Gero Strobel
- Katharina Peine
- Dimitri Petrik
- Andreas Helferich
- Georg Herzwurm
In Kooperation mit dem Fachausschuss Management der Anwendungsentwicklung und -wartung (GI-MAW, https://fa-wi-maw.gi.de/) und dem International Software Product Management Association (ISPMA, https://ispma.org/).
Beitragseinreichung über EasyChair
Wir laden Sie ein, Ihre Paper für einen dieser Tracks über das EasyChair-Einreichungssystem einzureichen: https://easychair.org/conferences/?conf=icdpm2026
Bei Fragen zum Call for Papers steht Ihnen Herr Dr. Dimitri Petrik (dimitri.petrik@bwi.uni-stuttgart.de) zur Verfügung.

